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Innsbruck, 9. September 2019. Verantwortliche der katholischen Kinder- und Jugend(verbands)arbeit aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol richten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme an die Bischöfe in ihren Ländern. Sie äußern sich darin zu den Auswirkungen, welche die Jugendsynode und insbesondere das nachsynodale Schreiben von Papst Franziskus, Christus vivit, in den jeweiligen Ländern bereits hat. Darüber hinaus wird die anstehende Amazonassynode in den Blick genommen. Die Vertreter*innen rufen in dem Text zu mehr Gerechtigkeit in der Kirche und weltweit auf und fokussieren sich dabei auf die Stellung von Frauen in der Kirche und die Bewahrung der Schöpfung. Verfasst haben die Stellungnahme der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Katholische Jugend Österreich (KJÖ), die Katholische Jungschar Österreich (KJSÖ), Südtirols Katholische Jugend (SKJ) sowie Vertreter*innen der kirchlichen Jugendarbeit aus der Schweiz.

Die Stellungnahme ist das Ergebnis des zweiten Vernetzungstreffens von Vertreter*innen katholischer Jugendarbeit aus dem deutschsprachigen Raum, das vom 6. bis 8. September in Innsbruck stattfand. Organisiert und eingeladen hatte dieses Jahr die Katholische Jugend Österreich. Ziel des Treffens war es, die Ergebnisse und Fortschritte seit der Jugendsynode im Oktober 2018 zu analysieren. Es wurde gemeinsam an der Weiterverfolgung der Forderungen, die beim ersten Vernetzungstreffen im vorigen Jahr formuliert worden waren, gearbeitet.

 

Eva Wimmer, ehrenamtliche Vorsitzende der Katholischen Jugend Österreich (KJÖ), fasst einige Gedanken zusammen: „Durch die Jugendsynode und das Abschlussdokument Christus vivit! sehen wir uns darin bestärkt, als junge Menschen, die sich in der Kirche engagieren, auf Problemfelder klar und deutlich hinzuweisen. Auch wenn die Bischofssynode erste Wirkung zeigt, sehen wir weiterhin große Herausforderungen, auf welche die kirchlichen Entscheidungsträger Antworten geben müssen. Wir junge Gläubige wollen zur Veränderung der Kirche beitragen!“

 

Thomas Andonie, der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, betont: „Wir sehen, dass in der Kirche das Bewusstsein für die Bekämpfung der Folgen des Klimawandels wächst. Das unterstützen und begrüßen wir! Zu bedauern ist andererseits, dass von den Entscheidungsträger die drängenden Fragen der Kirche nicht ähnlich engagiert angegangen werden. Es müssen endlich Schritte in Richtung einer partizipativen Kirche und der Gleichstellung von Frauen getan werden.“

 

In Bezug auf das zweite Vernetzungstreffen erklärt Thomas Boutellier, Verbandspräses Verband Katholischer Pfadi der Schweiz: „Auch wenn wir sehr unterschiedliche Voraussetzungen für die Jugendarbeit in unseren Ländern vorfinden, haben uns die Gespräche an diesem Wochenende erneut gezeigt: In den grundlegenden Fragen und Herausforderungen, die wir in unserer gemeinsamen Kirche sehen, sind wir uns einig. Wir rufen unsere Bischöfe auf, den Geist und die Kultur, die von Jugendsynode und Abschlussdokument ausgehen, gemeinsam mit uns zu leben!“

 

Bianca Wieser aus dem Bundesvorstand der Katholischen Jungschar Österreich streicht heraus: „Viele Punkte, die bei der Jugendsynode diskutiert wurden, betreffen Jungscharkinder und vor allem auch die bei uns aktiven Gruppenleiter*innen. Auch in Hinblick auf die Synode im Amazonasgebiet, wo wir mit einer Vielzahl an Projekten aktiv sind, sehen wir einen großen Mehrwert in der Vernetzung mit den deutschsprachigen Jugendvertreter*innen.“

 

Über die inhaltlichen Positionierungen hinaus wurde durch das Treffen die verstärkte länderübergreifende Zusammenarbeit der Vertreter*innen weiterverfolgt, welche für die katholische Kinder- und Jugendarbeit in den deutschsprachigen Ländern verantwortlich sind. Die verstärkte Kooperation, die mit den Vorbereitungen zur Jugendsynode im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde, soll auch in Zukunft weiterverfolgt werden.

 Hier geht es zur gemeinsamen Stellungnahme...

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

Sternsingerwerkstatt bietet Startschuss für Vorbereitungen
zur Aktion Dreikönigssingen im Erzbistum Paderborn

Dortmund/Paderborn. Bald ist es wieder soweit: mit der traditionellen Sternsingerwerkstatt blickt das Erzbistum Paderborn gespannt auf die kommende Aktion Dreikönigssingen. Am vergangenen Samstag begrüßten der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) die Teilnehmenden in der Kommende in Dortmund. Die Ehrenamtlichen aus verschiedenen Gemeinden und Einrichtungen des ganzen Erzbistums bereiteten sich in Workshops gemeinsam auf die Aktion vor. Zu Jahresbeginn ziehen wieder tausende Mädchen und Jungen von Tür zu Tür, bringen Gottes Segen zu den Menschen und sammeln Spenden für Kinder auf der ganzen Welt.

Die kommende Aktion Dreikönigssingen steht unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“ und stellt Kinder mit Behinderungen in den Mittelpunkt. Die bundesweite Aussendung wird am 28. Dezember in Altötting im Bistum Passau gefeiert. „Menschen mit Behinderungen auszuschließen, oder ihnen sogar nicht die gleiche Würde anzuerkennen wie jedem (anderen) Menschen, behindert sie in doppelter Weise. Wir wollen bei dieser Dreikönigsaktion die Sternsinger dahingehend sensibilisieren, dass wir zusammengehören und dass jede/r von uns seinen/ihren unersetzlichen Beitrag leisten kann. Wir wollen ja nicht nur Segen bringen, sondern auch Segen sein“, betont BDKJ-Diözesanseelsorger Markus Wippermann. Die Teilnehmenden bewiesen Diskussionsfreudigkeit und regen Einsatz in ihrem Tun. Inhaltlich ging es in diesem Jahr nicht nur um das Jahresthema 2019, sondern auch um Prävention und darum, Kinder zu schützen. Es gab verschiedene Workshops zur praktischen Umsetzung von Methoden und Materialien, zur Klärung organisatorischer Fragen, zur Öffentlichkeitsarbeit und natürlich die Gelegenheit zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

 

Dem BDKJ ist es ein wichtiges Anliegen, das Sternsingen mit guter Bildungsarbeit zu verbinden. „Alle Sternsinger sollten wissen, wofür sie unterwegs sind“, erklärt Markus Wippermann. Hedi Becker vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ berichtete in ihrem Vortrag über die Situation im Beispielland Peru und betonte, dass Menschen mit Behinderungen Anerkennung in der Gesellschaft benötigen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation leben weltweit 15 Prozent der Menschen mit Behinderung, rund 165 Millionen von ihnen sind Kinder. Durch das engagierte Sammeln der Sternsinger können jedes Jahr über 2.000 Projekte weltweit finanziert werden, die sich für eine bessere Bildung, Ernährung und soziale Integration von Kindern einsetzen. Ein Rekordergebnis von 48,8 Millionen Euro kamen dafür in diesem Jahr bundesweit zusammen, allein im Erzbistum Paderborn waren es rund 2,9 Millionen Euro.

 

Die bundesweite Aktion Dreikönigssingen ist die weltweit größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder. Über 20.000 Sternsinger sind zum Jahresanfang im Erzbistum Paderborn unterwegs, bringen Segenswünsche in die Häuser der Gemeinden und sammeln für Kinder in Not. Die Aktion wird im Erzbistum Paderborn vom BDKJ, dem Dachverband der katholischen Jugendverbände mit 70.000 Kindern und Jugendlichen getragen und mit je einem seiner Mitgliedsverbände vorbereitet.